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   Lokale Agenda 21 in Nottuln

Projekt Klimaschtuzpreis (Karikatur: Heinrich Schwarze Blanke

Projekt 9 Projekt 7:
Oktober 2005: Gemeinde nimmt Vorschläge für den Klimaschutzpreis entgegen
Oktober 2005:
Wer möchte den Klimaschutzpreis gewinnen?
April 2006: Klimaschutzpreis 2005
Februar 2007: Klimaschutzpreis 2006
April 2008: Klimaschutzpreis 2007
März 2009: Klimaschutzpreis 2008
Mai 2010:
Klimaschutzpreis 2010
August 2010:
Klima-Camp
Nottulner Klimaschutzpreis      

      Westfälische Nachrichten, 24. Februar 2007

Klimaschutzpreis
Preisträger und Gratulanten (v.l.): Ulrich Beike (A&QUA), Eugen Heiming, Anni Wessendorf und Günter Bendig (Heimatverein Appelhülsen), Ulla und Robert Hülsbusch, Carola König (Agenda-Beauftragte der Gemeinde), Michael Schmidt (RWE) und Bürgermeister Peter Amadeus Schneider.                        Foto: Frank Vogel

Sie tun das für uns alle
Verleihung des Nottulner Klimaschutzpreises 2006

-fv- Nottuln. Zum zweiten Mal ist der Nottulner Klimaschutzpreis am Donnerstagabend vergeben worden. Die drei Preisträger Familie Hülsbusch, der Heimatverein Appelhülsen und die A&QUA erhielten in der Alten Amtmannei ihre Schecks überreicht. Jeder von ihnen bekam 833,33 Euro, ein Drittel der Gesamtsumme von 2500 Euro, die die RWE Westfalen-Weser-Ems AG ausgelobt hatte. Ungewöhnlich: Zwei der Preisträger hielten mit ihrer Kritik an dem Energie-Konzern nicht zurück.
Bürgermeister Peter Amadeus Schneider begrüßte die Mitglieder des Gemeinderates und die zahlreichen Gäste. Wir haben diesmal nur sechs Bewerbungen für den Klimaschutzpreis bekommen, das ist wahrlich nicht unglaublich viel. Aber damit verliert der Preis nichts an seiner Bedeutung. Das Klima zu erhalten und zu verbessern, sei vielmehr eine entscheidende Aufgabe. Der Preis rege dazu an, sich zu engagieren. Und das wünsche er sich von den Bürgern.
Bekanntermaßen engagiert sind seit vielen Jahren Ulla und Robert Hülsbusch. Sie haben uns immer wieder neue Denkanstöße gegeben und die Gemeinde mit verändert, stieg Josef Lütkecosmann (CDU) in seine Laudatio ein. Den Preis in der Kategorie Privatpersonen erhielten die Nottulner für ihren Umstieg auf Pflanzenöl (PÖL) als umweltfreundlichen Kraftstoff für ihr Auto. Und sie rissen andere mit: Sie informierten über Gespräche, einen großen Infoabend und die Medien viele andere Bürger, setzten sich bei Bundespolitikern für die weitere Nichtbesteuerung von PÖL ein und trugen dazu bei, dass in Nottuln inzwischen zwei PÖL-Tankstellen eingerichtet wurden.
Auch das Engagement des Preisträgers in der Kategorie Institutionen/Vereine müsse man nicht lange erläutern, meinte Wolf Haase (SPD): Alle kennen den Heimatverein Appelhülsen. Neben vielen anderen Aktivitäten setze dieser sich auch für die Umwelt ein und habe unter anderem Obstbäume angepflanzt und deren Pflege übernommen. Dem Kreis hätten die Aktiven die Bäume abgeluchst, mit Bollerwagen und einem Schnäpsken seien sie zur Tat geschritten und hätten sich auch nicht unterkriegen lassen, als Vandalen später einige Bäume zerstörten, sondern hätten diese ersetzt. Für uns alle. Auch die Einrichtung der Grünen Lunge am K+K sei ein kleiner, aber feiner Beitrag des Heimatvereins zum Klimaschutz.
In der Kategorie Firmen stellte Moritz Hegemann (Grüne) die Gründe vor, die die Jury aus Gemeindevertretern und Mitgliedern der Lokalen Agenda bewogen hatten, die gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit und Qualifizierung (A&QUA) auszuwählen. Sie gibt nicht nur Arbeitslosen eine Chance zur Reintegration, sondern tue dies auch umweltbewusst. So werden Kleidung und Möbel recycelt, ist die Lkw-Staffel auf Pflanzenöl-Kraftstoff umgerüstet und konsequent und praktisch eine PÖL-Tankstelle eingerichtet worden. Dieses Engagement werde durch finanzielle Beiträge von vielen Seiten getragen. Es rechne sich aber allemal, wenn arbeitslose Menschen zurückfinden und die Umwelt geschont werde. Damit erfülle die A&QUA alle drei Agenda-Ziele: Ökologie, Ökonomie und soziale Gerechtigkeit nachhaltig zu stärken.
Während Eugen Heiming, Günter Bendig und Anni Wessendorf vom Heimatverein Appelhülsen es bei einem kurzen Dank an alle fleißigen Mitstreiter und dem Versprechen, das Preisgeld umweltschützend einzusetzen, beließen, machten Hülsbuschs und A&QUA-Geschäftsführer Ulrich Beike aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Sie dankten neben ihren Mitarbeitern und Mitstreitern auch den RWE, erklärten allerdings auch, dass sie von der Energiepolitik des Klima-Killers RWE (Beike kritisierte den hohen CO2-Ausstoß der RWE-Kohlekraftwerke) nichts halten. Der Konzern solle auf regenerative Energien setzen, forderten Robert Hülsbusch und Ulrich Beike. Letzterer teilte mit, dass die A&QUA mit dem Preisgeld ein Kolping-Ausbildungsprojekt in Uganda unterstützen werde, Hülsbuschs stecken das Geld in die neue Gesellschaft Fairpla.net, die regenerative Energie, Wirtschafts- und Entwicklungshilfe vereint.
Michael Schmidt, RWE-Kommunalbetreuer, rechtfertigte die Energiepolitik des Versorgers: Wenn alle Bürger mitspielen würden, könne man durchaus auf regenerative Energien umsteigen. Die heutige Versorgungssicherheit sei dann jedoch nicht mehr zu gewährleisten. Wir sind aber bemüht, effizienter zu werden. Und das Bewusstsein für den Klimaschutz zu schärfen, dafür habe man den Preis ausgelobt.
Der Appelhülsener Liedermacher Andreas Gers sorgte mit kritischen, nachdenklichen, poetischen und lustigen Liedern für die Musik.

 
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